Warum die Wertschätzung in uns (Mamas) beginnen muss

Das ganz große Problem ist, dass diese Arbeit als Mutter, die soviel anstrengender und komplexer ist, als noch eine Generation zuvor, nicht wertgeschätzt wird.
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Ich begleite meine kleine Tochter am Tag (gefühlt) 100mal die Treppe an der Hand rauf und runter. Natürlich könnte ich sie auch einfach auf den Arm nehmen und wäre somit wesentlich schneller. Aber ich würde damit gegen ihren Willen handeln und ihr die Möglichkeit nehmen, es selbstwirksam und selbstbestimmt zu lernen. Das ist mir wichtig, denn nach zahlreichen Büchern und Vorträgen weiß ich, wie wichtig es für das Selbstbewusstsein und den Selbstwert unsere Kinder ist, dass wir sie als gleichwürdig  (a la Jesper Juul) annehmen und nicht unseren Willen und unsere Hektik über sie drüber stülpen.

Wir sind eine neue Generation von Müttern, die alles in Frage stellt, was uns als Kind beigebracht wurde. Was früher als gut und richtig galt, ist heute für uns nicht automatisch auch noch so. Attachment Parenting, bedürfnisorientiertes Begleiten, Bindung, Homeschooling, Tragen, Stillen nach Bedarf und Langzeitstillen sind nur einige Schlagworte dieses neuen Bewusstseins. Wir beschäftigen uns mit alternativen Erziehungs- und Bildungsmethoden, mit gesunder Ernährung, alternativer Medizin und chemiefreier Haushaltsführung. Es ist ein 24 Stunden Job- über viele Jahre.

Dieses neue Verhalten als Mutter ist herausfordernd, denn wir kommen dadurch immer wieder an unsere persönlichen, oft verborgenen Themen. Es erfordert sehr viel Achtsamkeit und Reflexion, um nicht automatisch wieder in alten Verhaltensmuster zu verfallen, die tief in uns verankert sind. Das ist anstrengend, es ist harte Arbeit, es fordert uns in unserem Sein und bringt uns oft bis an unsere Grenzen und darüber hinaus. Wir sind gefordert unsere bisherigen Werte zu hinterfragen und komplett neu zu definieren.

Für mich gibt es dennoch keinen anderen Weg, denn ich möchte, dass meine Kinder frei von Verurteilung, Scham und Schuldgefühlen aufwachsen. Frei von dem Gefühl nicht gut genug, brav genug, fleißig genug und was sonst noch nicht genug zu sein.

Ich will meinen Kindern von Anfang an das Gefühl geben gut, richtig, wertvoll und liebenswert zu sein- so wie sie sind. Ohne Bedingungen und Einschränkungen. Ich möchte ihnen die Möglichkeit geben sich frei zu entwickeln, ihre Begabungen und Talente zu entdecken und zu entfalten, ohne Bewertung, welches Talent denn nun wertvoller ist als das andere, selbstbestimmt und in ihrem eigenen Tempo.

Das ganz große Problem ist, dass diese Arbeit als Mutter, die soviel anstrengender und komplexer ist, als noch eine Generation zuvor, nicht wertgeschätzt wird.

Leider ist es in unserer Gesellschaft immer noch so, dass eine Vollzeit-Mama nur müde belächelt wird. Abwertende Begriffe wie „Heimchen am Herd“ und ähnliche zeigen dies ganz deutlich. Eine Mutter, die ihr Baby nicht schnellstmöglich in einer Krippe parkt, damit sie sich den „wichtigen Dingen“ wie Karriere und Prestige widmen kann, wird als altmodisch, weltfremd oder gar bequem belächelt. Wir haben das von Klein auf so in uns abgespeichert und die heutige Gesellschaft bestätigt uns diese mangelnde Wertschätzung immer wieder aufs neue, z.B. indem unsere Arbeit weder finanziell noch auf irgendeine andere Weise honoriert wird.

Das erzeugt in uns eine Zerissenheit: Einerseits wollen wir unsere Kinder nach unseren neu gewonnen Werten begleiten und aufwachsen lassen, andererseits kostet es uns so viel Zeit und Energie, die jedoch auf unserem inneren „Selbstwertkonto“ nicht gutgeschrieben wird, da wir gelernt haben, dass diese Arbeit nicht wertvoll ist und sozusagen nur unser „Privatvergnügen“ oder besseres Hobby. Wir verbringen also die meiste Zeit des Tages mit Tätigkeiten rund um Kinder und Haushalt, die gefühlt nicht wertvoll sind und versuchen dabei krampfhaft, mit enormem Druck und Stress, noch etwas Zeit den „wichtigen Dingen“ , wie Selbstverwirklichung und Karriere zu widmen.  Am Ende eines langen, anstrengenden Tages haben wir dann das Gefühl, weder unseren Kindern gerecht geworden zu sein, noch etwas „Produktives“geschafft haben.

Auf diese Weise entwerten wir uns Stück für Stück und Tag für Tag immer mehr, bis wir das Gefühl haben nur noch ein Häufchen Mühsal zu sein.

Meine feste Überzeugung ist es, dass wir unseren Kindern und der Gesellschaft kein größeres Geschenk machen können, als diese Arbeit als Mutter. Denn Kinder die so aufwachsen dürfen, werden zu Erwachsenen heranreifen, die das tun was sie von Herzen lieben. Sie werden glücklich und erfüllt sein, weil sie in sich ruhen und mit sich und ihrer Welt im Reinen sind. Für sie wird das Wort Konkurrenz ein Fremdwort sein, weil sich ihrer eigenen Einzigartigkeit genauso bewusst sind, wie der Einzigartigkeit  aller anderen Wesen. Sie werden Mitgefühl haben, weil sie in ihren Gefühlen angenommen wurden und nichts herunter schlucken mussten. Sie werden kreativ und voller Begeisterung ihren Weg gehen, weil niemand versucht hat, sie in ein Raster zu pressen. Sie werden darauf achten, dass es auch den Menschen in ihrem Umfeld gut geht, weil sie wissen, dass wir alle miteinander verbunden sind. Sie werden Fülle erzeugen in ihrem Leben, weil sie sich ihres Wertes bewusst sind aus ihrer inneren Fülle schöpfen können. Sie werden Verantwortung übernehmen, weil sie ihre Entscheidungen treffen durften und lernen konnten, dass Entscheidungen auch Konsequenzen haben.

Wir Mütter leisten einen immensen Beitrag für den anstehenden Gesellschaftswandel, weil wir in unseren Kindern die Saat legen, für eine liebevolle und lichtvolle Zukunft!

Sei dir dieses Beitrags bewusst, bei allem was du für deine Kinder und die Familie tust! Spüre, wie wertvoll dieser Beitrag ist. Wenn wir es schaffen, unseren Wert in uns wieder zu erkennen und unsere Arbeit als Mütter mit dieser inneren Haltung tun, dann wird das, analog der universellen Gesetzte, auch im Außen einen Wandel bewirken. Dann wird dieser Wert in Form von Anerkennung und materiellem Wohlstand zu uns und allen anderen Müttern zurück kehren. Laß uns gemeinsam dafür gehen und so viele Mamas wie möglich auf diesen Weg mitnehmen.

Alles Liebe und bis bald, deine Heinke

P.S. Falls du selbst unter den negativen Programmen leidest, die durch deine Erziehung in deinem Unterbewusstsein verankert wurden und immer wieder das Gefühl hast, dich selbst zu sabotieren, dann schau mal hier!

Heinke Pfeiffer

Heinke Pfeiffer

... ist dreifache Mama, Lebensgefährtin, Unternehmerin, spirituelle Bewusstseinstrainerin und Freigeist.

Aufgrund ihrer langjährigen spirituellen Erfahrungen und motiviert durch ihre eigene Geschichte unterstützt sie heute auch andere Mamas, die in einer Lebenskrise stecken, die tiefere Botschaft dieser Krise zu erkennen und die Ursachen, die meist in der eigenen Kindheit liegen zu heilen.

Sie vermittelt in ihren Coachings die Grundlagen und die praktische Umsetzung der universellen Gesetze, um Mamas in ihre bewusste Schöpfermacht zu begleiten.

Ihre große Vision: Das Recht auf Entfaltung des seelischen und geistigen Potenzials für alle Mamas und ein daraus resultierendes glückliches und sinnerfülltes Leben.

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2 Kommentare

  • Liebe Heinke , dein Artikel finde ich sehr stark. Und du sprichst meine Gedanken aus, die irgendwo dahinter in meinem Hirn rumschwirren. Besonders auch die Tatsache, dass wir einen immensen Beitrag zum Wandel leisten – und ich mich dazu entwickeln darf, dies zu sehen und wertzuschaetzen !!! Jeden Tag, jeden Tag ….
    und die Tatsache, dass diese Begleitung – weg vom Funktionieren , hin zur Beziehung – viel intensiver & komplexer als noch Generationen vor uns, wo der Fokus auf “ funktionieren“ lag. Durch deinen Artikel kann ich dies noch besser sehen und wertzuschaetzen . Danke !!!

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    • Liebe Heike, ich freue mich sehr, dass mein Artikel Dir so gut gefällt! Oft ist es so, dass in uns irgend welche diffusen Gedanken und Gefühle am Werk sind und erst durch eine klare Formulierung in unser Bewusstsein kommen, damit wir daran arbeiten können. Wenn ich mit meinem Artikel für Dich diese Formulierung getroffen habe, macht mich das sehr glücklich! Alles Liebe, Deine Heinke

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