TUN vs. SEIN – oder: was soll ich jetzt machen?

Aber nachdem uns diese innere Entscheidungsinstanz in frühester Kindheit aberzogen wird, brauchen wir unser Leben lang Handlungsanweisungen, um uns zu orientieren
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Als mein Großer geboren war, fing ich an mich mit alternativer Erziehung, bedürfnisorientiert, bindungsorientiert 
und conscious parentig zu beschäftigen.

Das erste Buch, das ich dazu las, war von Jesper Juul „Grenzen, Nähe, Respekt“.

Ich kann mich noch genau erinnern, dass ich das ganze Buch über das Gefühl hatte,
er kommt nicht zum Punkt, denn ich suchte verzweifelt nach Empfehlungen,
was ich denn nun TUN sollte und wie ich mich VERHALTEN sollte.

Heute – viele Jahre später verstehe ich, wieso ich es als so unbefriedigend empfand,
dass ich keine konkreten Verhaltenstipps aus dem Buch bekam.

Wir werden von Klein auf darauf gedrillt, dass wir so wie wir sind nicht in Ordnung sind.
Unsere Gefühle wie Wut, Angst, Trauer oder Schmerz sind unerwünscht.

Wir werden dressiert, dass es nicht wichtig und nicht richtig ist 
wie wir sind und dass wir nur Liebe und Anerkennung verdient haben,
wenn wir uns auf eine bestimmt Weise verhalten,
egal ob das unserem Gefühl (SEIN) entspricht oder nicht:

„Sei nicht so laut und wild“, 
(ich bin aber so hibbelig)

„widersprich mir nicht“, 
(ich bin aber anderer Meinung)

„du musst doch nicht traurig sein“,
(aber mein Herz ist mir gerade schwer)

„du brauchst doch keine Angst zu haben“,
(ich fühle aber gerade die Enge in meiner Brust)

„grüße und sein höflich“
(aber ich mag die Frau ja gar nicht)

„entschuldige dich“,
(aber es tut mir gar nicht Leid)

So lernen wir, dass unser SEIN, das sich in unseren Gefühlen ausdrückt
nicht wichtig ist und dass wir uns entgegen unserer Gefühle
auf eine bestimmte Art verhalten müssen, um geliebt zu werden.

Das ist total verlogen und heuchlerisch und hat mit authentischem SEIN gar nichts zu tun!

Und wir verlieren damit unseren inneren Kompass, denn unsere Gefühle teilen uns ganz klar mit,
ob etwas richtig oder falsch für uns ist.

Aber nachdem uns diese innere Entscheidungsinstanz in frühester Kindheit aberzogen wird,
brauchen wir unser Leben lang Handlungsanweisungen, um uns zu orientieren.

Wir brauchen jemanden der uns sagt, welches Verhalten richtig ist,
weil wir es nicht mehr spüren können.

Es gibt in den Büchern von Jesper Juul keine Handlungsempfehlungen –
und auch in den anderen guten Büchern zum Thema Erziehung nicht.

Denn es geht nicht darum, etwas bestimmtes zu TUN!

Es geht darum, die eigenen Gefühle als Entscheidungsinstanz wieder zu entdecken.

Es geht darum – was für eine Mama will ich SEIN?

Wie will ich meinem Kind begegnen?

Wenn ich diese Fragen für mich geklärt habe, 
dann folgen aus meiner Entscheidung zu SEIN,
automatisch Handlungen, 
die diese Haltung widerspiegeln.

Und die Folge wird sein,
dass ich dementsprechende Ergebnisse habe –
nämlich eine innige, liebevolle, authentische Beziehung
zu meinem Kind.

Heinke Pfeiffer

Heinke Pfeiffer

... ist dreifache Mama, Lebensgefährtin, Unternehmerin, spirituelle Bewusstseinstrainerin und Freigeist.

Aufgrund ihrer langjährigen spirituellen Erfahrungen und motiviert durch ihre eigene Geschichte unterstützt sie heute auch andere Mamas, die in einer Lebenskrise stecken, die tiefere Botschaft dieser Krise zu erkennen und die Ursachen, die meist in der eigenen Kindheit liegen zu heilen.

Sie vermittelt in ihren Coachings die Grundlagen und die praktische Umsetzung der universellen Gesetze, um Mamas in ihre bewusste Schöpfermacht zu begleiten.

Ihre große Vision: Das Recht auf Entfaltung des seelischen und geistigen Potenzials für alle Mamas und ein daraus resultierendes glückliches und sinnerfülltes Leben.

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