„Drama“ Hausaufgaben – warum du den Druck rausnehmen solltest

Was in der 1. und 2. Klasse noch super lief, war im vergangenen Schuljahr eine einzige Katastrophe. Das vorherrschende und absolute Horror-Thema: HAUSAUFGABEN!
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Die 3. Klasse war eine echte Herausforderung – nicht nur für meinen Sohn und mich, sondern für die ganze Familie.

Was in der 1. und 2. Klasse noch super lief, war im vergangenen Schuljahr eine einzige Katastrophe. Das vorherrschende und absolute Horror-Thema: HAUSAUFGABEN!

Normalerweise lief es so, dass mein Sohn nach der Schule eine Entspannungspause von einer halben Stunde bis Stunde hatte und danach in meinem Beisein am Esstisch die Aufgaben erledigte. Das klappte super gut und alle waren nach getaner Arbeit glücklich und zufrieden.

Irgendwann, noch sehr am Anfang der 3. Klasse, begann mein Sohn damit, nicht mehr von alleine zu kommen und auch meine Zurufe und Aufforderungen zu ignorieren. Er reagierte mit Trotz und Wut, wenn ich damit begann, ihn an die Hausaufgaben zu erinnern. Es war für mich ein sehr großer Kraftaufwand, ihn überhaupt an den Tisch zu bekommen. Da meine Kleinste erst 1 Jahr alt war und ich sie auch noch stillte und meine Mittlere vom Kindergarten geholt werden musste und dann auch Bedürfnisse nach Nähe und Verbindung mit mir hatte, war es für mich unheimlich anstrengend an meinem Sohn „dran zu bleiben“, um ihn mit meiner Hartnäckigkeit zu nötigen. Alles Argumentieren, dass er schneller zum Spielen gehen kann, wenn er sich aufrafft und zügig arbeitet, schienen bei ihm nicht zu fruchten. Wenn er dann mal wenigstens am Tisch saß, ging es aber in die nächste Runde. Er träumte vor sich hin und stellte sich absichtlich dumm. Machte nicht vorwärts. In mir begann es zu kochen und meine innere Hilflosigkeit und Überforderung brach sich Bahn in Wutausbrüchen.

Dann änderte ich die Strategie und ließ ihn erst einmal Spielen, in der Hoffnung, er würde dann von selbst irgendwann kommen und mit den Hausaufgaben beginnen. Das Ergebnis war, dass wir nach dem Abendessen einen riesigen Stress hatte, die Aufgaben noch erledigt zu bekommen, denn natürlich war mein Sohn zu der Zeit dann schon müde und konnte sich nicht konzentrieren. Es gab wieder Wutausbrüche und Tränen.

Mein nächster Anlauf war, ihn zu erpressen- im negativen mit Drohungen und im positiven mit Versprechungen. So verbot ich ihm z.B. mit seinem Handy zu spielen oder nach draußen zu gehen, bevor die Aufgaben erledigt wären. Ich fühlte mich total beschissen dabei, da es meinem Wunsch nach einer gleichwürdigen Beziehung und meinen Werten total zu wieder lief. Und der Erfolg dieser Maßnahmen war natürlich auch mittelmäßig bis schlecht.

Als nächstes änderte mein Sohn die Strategie und begann damit die Hausaufgaben gar nicht oder nur in unleserlichem Gekrakel aufzuschreiben, so dass ich regelmäßig herumtelefonieren musste, um erstmal heraus zu finden, was überhaupt auf war. Als er merkte, dass er so nicht darum herum kam, vergaß er zufällig immer genau die Bücher und Hefte, die er für die Hausaufgaben gebraucht hätte in der Schule.

Alles Drohen, Schreien und Ködern brachte nichts, außer dass ich immer trauriger wurde, weil ich spürte, dass die Verbindung zu meinem Kind massiv darunter litt. Ich sagte zu meinem Mann, dass ich das nicht länger tun wolle und so beschlossen wir gemeinsam, dass ab sofort er mit unserem Sohn Hausaufgaben machen würde. Das lief genau zwei Wochen wunderbar und ich ich war so glücklich und erleichtert, weil ich dachte wir hätte einen Weg gefunden…

Nach zwei Wochen ging das Drama in die zweite Runde und mein Sohn begann damit, auch bei meinem Mann das gleiche Verhalten an den Tag zu legen wie bei mir. Auch das schaukelte sich dann über einige Wochen so hoch, dass Wut, Tränen, Geschrei und gegenseitige Vorwürfe an der Tagesordnung waren.

Ich wußte, dass wir so nicht weiterkommen würden und fragte mich, ob und warum es mir wichtig ist, dass mein Sohn seine Hausaufgaben erledigt.

So stellte ich fest, dass meine Gründe hierfür mit meinen Werten absolut nicht überein stimmten: Ich wollte gut dastehen als sorgsame Mutter, die sich kümmert. Ich ließ mich anstecken und mit hineinziehen in die Angst, dass aus meinem Kind „nichts wird“ wenn es nicht brav lernt und gut ist in der Schule.

Das widerspricht im Grunde zutiefst dem, was ich wirklich glaube: Ich glaube jedes Kind ist einzigartig und ein Genie. Ich glaube durch Druck, Vergleich und Bewertung hindern wir diese einzigartigen Begabungen daran, sich zu entfalten. Ich glaube, dass das Wissen, welches in der Schule vermittelt wird, ganz schnell und leicht auch nachgeholt werden kann (wenn man das selbst will), oder im Internet recherchiert werden kann. Ich fragte mich,  was mir Nützliche aus meiner Schulzeit geblieben war. Außer Lesen, Schreiben und Rechnen nicht wirklich viel! Und wieviele große Köpfe, Menschen, die die Welt veränderten, waren in der Schule eine Niete?

Viel wichtiger, als unseren Kindern Wissen einzutrichtern, dass sie dann zur Prüfung wieder auskotzen ist es, dass wir sie in ihrer Einzigartigkeit wahrnehmen und annehmen. Dass wir sie sein lassen, wer sie wirklich sind. Dass wir ihnen Werte wie Liebe, Mitgefühl, Achtsamkeit, Verantwortung und Authentizität vorleben. Dass wir ihren Selbstwert und ihr Selbstvertrauen stärken, indem wir ihnen unser Vertrauen schenken. 

Also bat ich meinen Sohn, um ein Gespräch und sagte ihm, dass er selbst entscheiden dürfe, ob wir (mein Mann und ich) mit ihm Hausaufgaben machen und lernen sollen oder ob er sich eigenverantwortlich darum kümmern möchte. Und diesmal meinte ich es auch wirklich ehrlich und es war kein Trick oder Manipulationsversuch. Ich war bereit seine Entscheidung mit allen Konsequenzen zu akzeptieren- auch wenn ich insgeheim natürlich hoffte, er würde sich für das Lernen mit uns entscheiden.
Mein Sohn bat um Bedenkzeit und als er nach etwa 10 Minuten wiederkam teilte er mir mit klarer und fester Stimme mit, dass er in Zukunft alleine lernen will und dass er auch für alles andere, was mit Schule zu tun hat, alleine die Verantwortung übernehmen möchte.

Ich schluckte, das war nicht die Antwort, die ich mir erhoffte – aber ich war dennoch bereit mein Wort zu halten.

Seit diesem Zeitpunkt ist Ruhe eingekehrt und ich fasse seinen Schulranzen nur an, um das Brotzeitfach zu befüllen oder Reste auszuräumen. Ich frage nicht, ob er Hausaufgaben gemacht hat oder wann er sie machen will. Ich kontrolliere nicht seine Hefte oder sein Federmäppchen. Wenn er Hilfe braucht, kann er jederzeit darum bitten, ansonsten halte ich mich raus. Die häusliche Situation hat sich schlagartig verbessert. Kein Geschrei und Geheule, ich bin entspannter und ich habe mehr Zeit für ihn, meine zwei Mädels und mich. Die Beziehung zwischen mir und meinem Sohn ist wieder inniger und ich kann förmlich sehen, wie ihn das entgegengebrachte Vertrauen ein Stückchen wachsen ließ. Und auch die Beziehung zwischen mir und meinem Mann wurde wieder harmonischer, da dieses Thema immer wieder für Streit zwischen uns gesorgt hatte- alle waren glücklich!

Nun wird sich vielleicht die eine oder andere Mama fragen: Und was ist mit den Noten? Ja, die Noten sind sogar ein kleines bisschen besser geworden, er schreibt hauptsächlich Zweier und ab und an auch mal eine Drei oder Vier. In Kunst und Musik waren es sogar Einser.

Das was mein Mann und ich vorher mit sehr viel Druck und Aufwand erreichten, ging jetzt plötzlich mit Freude und Leichtigkeit. Und mein Sohn ist mega stolz auf sich und hat enorm an Selbstvertrauen dazu gewonnen – also eine echte Win-Win-Situation!

Falls auch du Schwierigkeiten beim Thema Hausaufgaben hast, möchte ich dich ermutigen erstmal dein WARUM herauszufinden und dann zu sehen, ob dieses WARUM sich mit deinen Werten deckt. Falls nicht, dann hab Vertrauen in dein Kind und finde gemeinsam eine Lösung, mit der alle Beteiligten glücklich und zufrieden sind!

Alles Liebe und bis bald, deine Heinke

 

 

 

Heinke Pfeiffer

Heinke Pfeiffer

... ist dreifache Mama, Lebensgefährtin, Unternehmerin, spirituelle Bewusstseinstrainerin und Freigeist.

Aufgrund ihrer langjährigen spirituellen Erfahrungen und motiviert durch ihre eigene Geschichte unterstützt sie heute auch andere Mamas, die in einer Lebenskrise stecken, die tiefere Botschaft dieser Krise zu erkennen und die Ursachen, die meist in der eigenen Kindheit liegen zu heilen.

Sie vermittelt in ihren Coachings die Grundlagen und die praktische Umsetzung der universellen Gesetze, um Mamas in ihre bewusste Schöpfermacht zu begleiten.

Ihre große Vision: Das Recht auf Entfaltung des seelischen und geistigen Potenzials für alle Mamas und ein daraus resultierendes glückliches und sinnerfülltes Leben.

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